Wer sich ausgewogen ernährt und regelmäßig Olivenöl zu sich nimmt, unterstützt dadurch sein gesamtes Körpersystem. Zudem ist der Genuss von Olivenöl auch gut fürs Lebensgefühl. Das gilt aber nur, wenn die Qualität des Öls stimmt.

Menschen in den Mittelmeerländern haben es gut: Statistisch gesehen erkranken dort wesentlich weniger Menschen an Arteriosklerose oder erleiden einen Herzinfarkt als in Nordeuropa.

Man weiß inzwischen, dass die großzügige Verwendung von Olivenöl in der mediterranen Küche dafür mitverantwortlich ist. Allerdings sollte man von Oliven kein Wunder erwarten, auch wenn sie ein wahres Konzentrat von raren Stoffen sind, die unserem Körper gut tun. Olivenöl vermag seine positive Wirkung nur als Teil einer gesunden Lebensweise zu entfalten – und nur, wenn die Qualität des Öls  stimmt.
Für mediterrane Kost braucht man kein Mittelmeer, sie geht auch im Harz oder in Berlin, denn viel mehr als frisches Obst und Gemüse sowie ein bisschen gutes Olivenöl braucht es dazu nicht. Der Begriff „traditionelle mediterrane Ernährung" bezeichnet Ernährungsgewohnheiten, wie sie Anfang der 1960er Jahre in einigen Mittelmeergebieten, beispielsweise auf Kreta oder in Süditalien, typisch waren: eine Fülle von pflanzlichen, wenig verarbeiteten, regionalen und saisonalen Lebensmitteln als Grundstock, dazu geringe Mengen von Milchprodukten (in erster Linie Käse und Joghurt), rotem Fleisch, Fisch und Geflügel sowie Wein zu den Mahlzeiten nur in Maßen. Die Hauptquelle für Fett soll bei dieser Ernährung Olivenöl bilden.

Krebs, Arteriosklerose, Rheuma, Alzheimer…

Natives Olivenöl besteht zu ein bis zwei Prozent aus nicht-fetten Substanzen. Einige dieser mehr als 200 verschiedenen Stoffe sind für den Geruch und den Geschmack des Olivenöls verantwortlich, andere spielen für die Ernährung und die Gesundheit eine Rolle. Dazu zählen Ölsäure, Polyphenole und Vitamine – vor allem Tocopherol (Vitamin E) und Carotin (Provitamin A). Weitere Bestandteile sind Paraffine, Terpene, Squalen, Polyterpene, Sterine, Chlorophyll und höhere Alkohole. Einige dieser Substanzen scheinen auf die menschliche Gesundheit eine außerordentlich positive Wirkung zu haben.
Besonders gesundheitsförderlich sind die Polyphenole, erweisen sie sich doch als Wunderwaffe gegen freie Radikale. Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die bei normalen Stoffwechselprozessen entstehen, aber auch über Atmung und Ernährung in den Körper gelangen. Sie können Lipide und Proteine angreifen, und ganz besonders gefährlich wird es, wenn sie die DNS  beschädigen. Dadurch können Krebs, Arteriosklerose, Rheuma, Alzheimer und andere Krankheiten ausgelöst werden.
Dem oxidativen Stress kann mit entsprechender Ernährung entgegengewirkt werden. Ein sparsamer Konsum von fett- und zuckerhaltigen Lebensmitteln, rotem Fleisch, aber auch Alkohol und Zigaretten hilft dem Stoffwechsel, sein Gleichgewicht wiederzufinden. Gleichzeitig unterstützt den Körper die Aufnahme von Antioxidantien über die Nahrung. An oberster Stelle stehen dabei frische Früchte und Gemüse, auch manche Gewürze und Kräuter erweisen sich als hilfreich. Olivenöl, ein reiner Pflanzensaft, enthält eine ganze Reihe für den Körper nützlicher Antioxidantien in hoher Konzentration.

„Gutes" und „böses" Cholesterin

Auch die Ölsäure der Oliven erweist sich als nützlich, besonders bei der Vermeidung von Herzerkrankungen. Neben Zigarettenkonsum und hohem Blutdruck ist vor allem hohes Blutcholesterin ein entscheidender Risikofaktor. Wird der Cholesteringehalt gesenkt, verringert sich statistisch nachweisbar das Auftreten von Herzkrankheiten. Allerdings kommt es dabei auf die richtige Balance zwischen „gutem" und „bösem" Cholesterin an.
Im menschlichen Organismus gibt es zwei Arten von Cholesterin, HDL und LDL. Wenn sich LDL-Cholesterin in den Zellen der Innenwände von Blutgefäßen ablagert und nicht wieder wegtransportiert wird, kann das zu Arteriosklerose und Herzinfarkt führen. Das HDL-Cholesterin hingegen ist für den Transport des Cholesterins aus den Zellen in die Leber verantwortlich, wo es aboder umgebaut wird. Während mehrfach ungesättigte Fettsäuren beide Arten von Cholesterin senken, sorgt die einfach ungesättigte Ölsäure des Olivenöls dafür, dass nur das „böse" LDL-Cholesterin verringert wird, während das „gute" HDL-Cholesterin erhalten bleibt.

Gesund nur wenn vollwertig

Wie gesund ein Olivenöl ist, hängt entscheidend davon ab, ob es bestimmte Qualitätskriterien erfüllt. So enthält zum Beispiel ein gutes Extra Vergine 500 Milligramm Polyphenole pro Liter. Industrielle Extra Vergine- Verschnitte liegen hingegen weit darunter. Wer also auf die Qualität seines Olivenöls achtet, der profitiert nicht nur vom besseren Geschmack, sondern auch vom gesteigerten gesundheitlichen Nutzen des flüssigen Goldes.

Quelle: Taschenführer "Olivenöl 2013"